Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

 
 
 
 
 
 
 
 

Identifizierung neuer Marker für die Dickdarmkrebstherapie

15.02.2017 - Der Magdeburger Pathologe Prof. Dr. Dr. Johannes Haybäck berichtet gemeinsam mit internationalen Forschern des OncoTrack Konsortiums im Fachjournal Nature Communications über neue Biomarker für die Dickdarmkrebstherapie.

Dickdarmkrebs ist eine heterogene Tumorentität mit zum Teil unterschiedlichem Wachstumsverhalten und unterschiedlicher Prognose, bei der lediglich ein Teil der Tumoren auf die gegenwärtig angewandten Therapien anspricht. Ein tieferes Verständnis der Biologie und Genetik des Kolonkarzinoms ist die Voraussetzung für die Anwendung der Hochtechnologiemedizin. Forscher sind weltweit auf der Suche nach Biomarkern, die für die verschiedenen Tumoruntergruppen typisch sind und wertvolle Informationen für Diagnose und Therapie liefern.

 Um dieser Herausforderung in der klinischen Onkologie zu begegnen, untersuchten Wissenschaftler des OncoTrack Konsortiums 106 vom Kolonkarzinom betroffene Patienten (Stadium I-IV) und entwickelten eine integrierte präklinische Plattform zur Analyse der Therapiesensitivität in etablierten, angepassten patientenabgeleiteten Modellen, dreidimensionalen Zellkulturen sowie Mausmodellen. Hierbei wurden viele der molekularen Merkmale der Spendertumoren rekapituliert.

 Umfangreiche Informationen zu Patiententumoren und abgeleiteten Modellen wurden erstellt sowie ein Kompendium von Daten bezüglich des Ansprechens von Wirkstoffen in zwei Modellsystemen. Spezifische molekulare Tumoruntergruppen wurden etabliert, die unterschiedlich auf die Therapie ansprachen. Darüber hinaus erfolgte eine Identifizierung von neuen unabhängigen Sensitivitätsprädiktoren bezüglich der klinischen Verwendung von Cetuximab und 5-Fluorouracil.

 „Durch die Verwendung der richtigen Modelle können Einblicke gewonnen werden, die zum besseren Verständnis der Krankheitsabläufe beitragen. Dies ist die Basis für weitere Untersuchungen zur Etablierung neuer diagnostischer und therapeutischer Ansätze, um Patienten optimal behandeln zu können“, so der Magdeburger Pathologe Professor Johannes Haybäck. „Meine Hauptvision ist es, prognostische und prädiktive Biomarker zu identifizieren und zu charakterisieren, die uns zukünftig helfen werden, Risikopatienten aus einer großen Gruppe herauszufiltern. Wir wollen auch neue therapeutische Zielmoleküle finden.“

 Prof. Dr. med. univ. Dr. sc. nat. Johannes Haybäck wurde im vergangenen Jahr an die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg berufen und leitet seit Oktober 2016 das Institut für Pathologie. In der Forschung widmet sich Prof. Haybäck mit seinem Team schwerpunktmäßig der Identifizierung von Mechanismen, die zur Krebsentstehung beitragen. Daraus leite er zukunftsweisende diagnostische und therapeutische Ansätze ab. Grundlagenbasierte und angewandte onlologische Forschung auf Spitzenniveau ist somit der Anspruch der Magdeburger Pathologie neben exzellenter diagnostischer Patientenversorgung und einer erstklassigen Lehre.

 Der aktuelle Wissenschaftsartikel, erschienen im renommierten Journal Nature Communications, ist im Rahmen des EU-IMI-geförderten Projekts OncoTrack entstanden. Dies ist ein internationales Konsortium von Wissenschaftlern, in dem Prof. Haybäck einer der Projektleiter ist und dessen Ziel es ist, neue Ansätze zur Identifizierung neuer Marker für Darmkrebs zu entwickeln und zu bewerten.

Originalveröffentlichung:
Molecular dissection of colorectal cancer in pre-clinical models identifies biomarkers predicting sensitivity to EGFR inhibitors
Schuette et al., Nature Communications, 8, (2017)
doi:10.1038/ncomms14262
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28186126
Letzte Änderung: 15.02.2017 - Ansprechpartner: Webmaster