INSTITUT FÜR TRANSFUSIONSMEDIZIN UND IMMUNHÄMATOLOGIE MIT BLUTBANK

Wissenswertes über die Eigenblutspende

Eigenblutspende - Allgemeine Informationen!

Bei einer Operation kann es notwendig werden, einen größeren Blutverlust zu ersetzen.
Dies geschieht in den meisten Fällen durch die Gabe von Blut bzw. Blutprodukten. Das hierfür verwendete Fremdblut wird von gesunden Blutspendern gespendet und sorgfältig aufbereitet. Das Risiko, bei einer Bluttransfusion eine Infektion zu erleiden, ist während der letzten Jahre immer geringer geworden. Eine strenge Spenderauswahl und vor allem intensive Untersuchungen der Blutprodukte gewährleisten einen hohen Sicherheitsstandard. Übertriebene Angst vor einer Bluttransfusion ist daher unbegründet.
Allerdings bleibt - wie bei allen medizinischen Eingriffen - trotz aller Sicherheitsmaßnahmen ein gewisses Restrisiko.
Unverträglichkeitsreaktionen oder eine Übertragung von Infektionskrankheiten sind leider nicht vollständig auszuschließen. Durch eine Eigenblutspende und somit die Verwendung des eigenen Blutes können die genannten Risiken noch weiter vermindert werden.
Sollte Ihr Arzt Ihnen eine Eigenblutspende empfehlen, findet Ihr Arzt hier den Anforderungsschein für die Entnahme von Eigenblut, den Aufklärungs- und Anamnesebogen für Eigenblutspender sowie das Informationsblatt für Eigenblutspender.

Wann ist eine Eigenblutspende sinnvoll?

Grundsätzlich kann die Eigenblutspende für jeden Patienten mit einer zeitlich planbaren größeren Operation bei ernsthaft zu erwartenden Blutverlusten sinnvoll sein. Selbstverständlich ist die individuelle Entscheidung immer von vielen Faktoren abhängig. Wichtige Kriterien sind vor allem der allgemeine Gesundheitszustand, die Blutwerte und auch die Vorerkrankungen.

Leider sind jedoch nicht alle Patienten für eine Eigenblutspende geeignet. Auszuschließen sind u.a. Patienten mit folgenden Erkrankungen:

  • Kurz nach und bei akuten Infektionen (z.B. Fieber über 38°C), insbesondere auch bei Magen-Darm-Erkrankungen mit Durchfall
  • Nach Herzinfarkt (innerhalb von 3 Monaten)
  • Bei Erkrankungen mit stark verminderter Herz-Kreislaufleistung (Leistungsschwäche), z.B. auch bei instabiler Angina pectoris (häufige "Herzanfälle"), bei hochgradiger Verengung der großen Herzkranzgefäße oder der Hauptschlagader
  • Bei schwer einstellbaren Anfallsleiden
  • Bei zu geringem Hämoglobin-Wert (roter Blutfarbstoff

Der zur Operation einweisende Arzt sollte schon 6 bis 8 Wochen vor dem geplanten OP-Termin mit Ihnen klären, ob eine Eigenblutspende sinnvoll und möglich ist. Dazu müssen der konkrete OP-Termin und die Anzahl der voraussichtlich benötigten Blutkonserven festgelegt werden.

Spätestens 6 Wochen vor der stationären Einweisung sollte zwecks Terminabsprache Kontakt mit der Blutspendeeinrichtung aufgenommen werden. Die Blutspenden erfolgen, je nach Anzahl der voraussichtlich benötigten Blutkonserven, im Abstand weniger Tage. Für eine Blutkonserve werden ca. ein halber Liter Blut entnommen; sie hat eine Haltbarkeit von maximal 42 Tagen. Die erste Spende sollte demzufolge frühestens 30 Tage vor dem geplanten OP-Termin, die letzte Eigenblutspende 10 - 14 Tage vor der Operation durchgeführt werden. Das Blutbildungssystem benötigt diese Zeit, um bis zum Operations-Tag den Blutverlust auszugleichen. Dazu trägt auch die regelmäßige Einnahme von Eisenpräparaten bei, die in individueller Absprache mit dem untersuchenden Arzt des Blutspendedienstes empfohlen wird.

Für die Eigenblutspende sollten Sie ca. 90 Minuten Zeit einplanen. Zur Anmeldung wird neben dem Personalausweis der Anforderungsschein des operierenden Arztes und der Anamnesebogen benötigt. Die Eigenblutspende selbst erfolgt erst nach einem ausführlichen Gespräch mit dem untersuchenden Arzt des Blutspendedienstes.
Nach der Spende sollten Sie sich bei einem Getränk von der Blutentnahme erholen.

Achten Sie bitte darauf, dass Sie vor der Blutspende ausreichend gegessen und vor allem reichlich Flüssigkeit (mindestens 1 l in den Stunden vor der Blutentnahme) zu sich genommen haben.

 

 

Letzte Änderung: 10.09.2018 - Ansprechpartner:

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